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metadata language: German

Personaleinsatz aktiv gestalten

Version
1
Resource Type
Dataset
Creator
  • Gebel, Tobias
  • Hense, Andrea
  • Schork, Franziska
  • Jacobebbinghaus, Peter
Publication Date
2016-06-15
Embargo End Date
2020-07-01
Language
German
Description
  • Abstract

    Im Rahmen des durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Sonderforschungsbereichs 882 „Von Heterogenitäten zu Ungleichheiten“ wurde die qualitative Betriebsbefragung „Personaleinsatz aktiv gestalten“ als Bestandteil des Teilprojektes B4 „Betriebe und Ungleichheit: Synchrone und diachrone Ungleich-heitseffekte zeitweiser Entlassungen (Recalls)“ durchgeführt. Das Teilprojekt unter-suchte Ungleichheitseffekte „atypischer Beschäftigungsverhältnisse“, wie sie sich aus dem Zusammenspiel von unterschiedlichen betrieblichen Beschäftigungspolitiken, individuellen, arbeitsmarktrelevanten Merkmalen sowie den Interessen der Betriebe und Beschäftigten ergeben. Dies geschah anhand eines in der Arbeitsmarktforschung bislang weitgehend vernachlässigten atypischen Beschäftigungsverhältnisses, das international als „Recall“ oder „temporary layoff“ bezeichnet wird: der Ent-lassung und anschließenden Wiedereinstellung von Beschäftigten im gleichen Be-trieb. Dieses Beschäftigungsverhältnis kann als eine besondere Form diskontinuierli-cher Beschäftigung angesehen werden, die sich durch eine unterbrochene Betriebs-mitgliedschaft auszeichnet.

    Ziel des Teilprojektes war es herauszufinden, warum, wie und unter welchen Bedin-gungen Betriebe und Beschäftigte ein Beschäftigungsverhältnis in Form eines Recalls eingehen und welche Folgen dies für die Betriebe sowie für die innerbetrieblichen und außerbetrieblichen Beziehungen der Beschäftigten, ihre Erwerbs- und Le-bensführung hat. Die zentralen Fragestellungen waren: 1. Warum, wie und unter welchen Bedingungen gehen Betriebe und Beschäftigte Beschäftigungsverhältnisse mit zeitweiser Entlassung ein? 2. Welche Effekte haben „unterbrochene Betriebsmitgliedschaften“ bei den Betrieben und Beschäftigten, und werden hierdurch Ungleichheiten produziert? 3. Welche Mechanismen der Ungleichheitsproduktion können identifiziert werden, und wie wirken sie?

Sampling

Das Mixed-Methods-Sampling nutzte zum Sampling der qualitativen Betriebsbefra-gung zum einen Strukturinformationen aus der quantitativen Beschäftigtenhistorik (BeH) des IABs. Zum anderen wurden das Sampling-Schema und die dort definierten
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Kontrastgruppen (ausführliche Informationen weiter unten) auf der Basis quantitativer Sekundäranalysen des LIAB (Linked-Employer-Employee-Daten des IAB) und des SIAB (Stichprobe der Integrierten Arbeitsmarktbiografien des IAB) gebildet. Der Vor-teil dieses Vorgehens bestand darin, Recall-Betriebe mit unterschiedlicher Recall-Nutzung identifizieren und Strukturinformationen aus der BeH sowie den vorherigen Sekundäranalysen zum Sampling der Betriebe nutzen zu können. Durch die - durch das IAB bereitgestellten - Betriebsadressen, die den vorab definierten Kontrastgrup-pen zugeordnet waren, konnte das Forscherteam sowohl gezielt bestimmte Kon-trastgruppen interviewen als auch die Variation im qualitativen Sample erhöhen, da der Zugang nicht durch Netzwerke gesteuert wurde und transregional war.

Das Auswahlverfahren kombinierte die bewusste Auswahl mit Hilfe eines vorab defi-nierten Sampling-Schemas mit dem theoretischen Sampling, bei dem weitere Samp-ling-Entscheidungen während der Datenerhebung und -auswertung getroffen wur-den. Dieses Vorgehen begründete sich dadurch, dass im Rahmen der bewussten Auswahl zunächst alle verfügbaren Informationen genutzt werden konnten, um Re-call-Betriebe zu identifizieren und miteinander zu vergleichen. Da im Laufe der quali-tativen Datenauswertung jedoch neue Erkenntnisse über Recall-generierende Pro-zesse und Gründe gewonnen wurden, war es notwendig, die Kontrastgruppenbildung zu überprüfen, um neue Vergleichsgruppen in die Auswertung einbeziehen zu kön-nen. Ohne diese Überprüfung und ein darauf aufbauendes Sampling hätte das Po-tenzial der qualitativen Analyse nicht ausreichend ausgeschöpft werden können, da neue Erkenntnisse nicht zum weiteren Sampling und zur Hypothesenprüfung und Verallgemeinerung der Ergebnisse hätten genutzt werden können. Konkret bedeute-te dies, dass die Interviews nach einer ersten Phase der Datenerhebung, die sich allein auf die bewussten Auswahl stützte, sukzessive ausgewertet und auf der Basis dieser Auswertungen sukzessive weitere Sampling-Entscheidungen getroffen wurden (ausführlichere Informationen weiter unten). Dabei wurde das Sampling-Schema der bewussten Auswahl weitestgehend bestätigt. Neben kleineren Veränderungen, die sich auf Betriebe der Baubranche bezogen, war es zu Vergleichszwecken insbeson-dere notwendig, beim theoretischen Sampling gezielt Betriebe mit saisonalen Schwankungen aus unterschiedlichen Branchen zu interviewen und miteinander zu vergleichen.

Time Dimension
  • Cross-section
Collection Mode
  • Für die Erhebung wurden leitfadengestützte, problemzentrierte Interviews mit perso-nalverantwortlichen Expert/innen in Betrieben durchgeführt. Der Leitfaden gliederte sich nach dem Intervieweinstieg (A) in folgende fünf Themenblöcke: (B) Umgang und Erfahrungen mit Personalbedarfsschwankungen und der Stabilisierung von Perso-nalbedarf und Personalstruktur, (C) Personalbeschaffung und Personalabbau, (D) Wiederbeschäftigung ehemaliger Beschäftigter, (E) Effekte der Wiederbeschäftigung und (F) Abschlussfragen (s. Anlage 1). Die Blöcke B und C waren zur Verortung der Recall-Strategie in der generellen Personalpolitik der Betriebe notwendig und wurden daher den konkreten Nachfragen zur Recall-Beschäftigung vorgeschaltet. Weitere Hintergrundinformationen und Erläuterungen zur Interviewstrategie finden sich als Instruktionen für die Interviewer/innen im Leitfaden in Anlage 1. Nach dem Interview wurde von der/dem Interviewer/in zudem ein ausführliches Interviewprotokoll ausge-füllt, um Begleit-/Kontextinformationen zum Interview festzuhalten

  • Face-to-face interview
Availability
Not available

Update Metadata: 2019-08-01 | Issue Number: 11 | Registration Date: 2016-06-15

Gebel, Tobias; Hense, Andrea; Schork, Franziska; Jacobebbinghaus, Peter (2016): Personaleinsatz aktiv gestalten. Version: 1. Forschungsdatenzentrum Betriebs- und Organisationsdaten am DIW (FDZ-BO). Dataset. http://doi.org/10.7478/s0006.1.v1