Reaktionen unter Zuwanderern in der Tschechischen Republik auf die Wirtschaftskrise: Hinderungs- und Hemmfaktoren für die Rückkehr in die Heimat

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1
Resource Type
Text
Creator
  • Rulikova, Marketa
Collective Title
  • Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft
    Bd. 37, Nr. 1-2 (2012)
Publication Date
2012-10-11
Publication Place
Wiesbaden
Contributor
  • Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (Editor)
Language
German
Free Keywords
Weltwirtschaftskrise; Zuwanderungspolitik; Programm zur Freiwilligen Rückkehr; Remigration; Tschechische Republik
Description
  • Abstract

    Dieser Beitrag beschäftigt sich mit den Auswirkungen der jüngsten Weltwirtschaftskrise auf die Zuwanderung in der Tschechischen Republik. Die Entwicklungen während dieser wirtschaftlich problematischen Zeit legen nahe, dass die im Bereich der Zuwanderung „unerfahrene“ Tschechische Republik, die erst im vergangenen Jahrzehnt in größerem Umfang Menschen anzog, die auf der Suche nach wirtschaftlichen Möglichkeiten waren, die gleichen historischen Fehler begangen hat wie bereits die westeuropäischen Länder während der Ölkrise in den 1970ern. Zunächst war es der tschechischen Regierung aufgrund des vielversprechenden Wirtschaftswachstums zu Beginn des Jahrzehnts möglich gewesen, Aspekte der Zuwanderung wie die Steuerung des Zustroms und die Integration der Migranten in die Mehrheitsgesellschaft zu ignorieren. Der Verlust von Arbeitsplätzen Ende 2008 – unabhängig davon, dass viele Arbeitgeber in den Wirtschaftszweigen auf ausländische Arbeitsmigranten angewiesen sind – traf das Land unvorbereitet. Als Maßnahme zur Senkung der Arbeitslosenquote und um gesellschaftlichen Unruhen entgegenzuwirken, bot die Tschechische Republik den Zuwanderern, welche die Entscheidung zur freiwilligen Ausreise trafen, finanzielle Unterstützung an. Dabei wurde allerdings die Bereitschaft der ausländischen Arbeitnehmer zur Rückkehr in die Heimat, auch nach Verlust der Erwerbstätigkeit, überschätzt. Der vorliegende Beitrag stützt sich auf Untersuchungen, die unter Teilnehmern am staatlich unterstützten Programm zur Freiwilligen Rückkehr durchgeführt wurden, sowie auf eine ethnografische Vertiefungsstudie der vietnamesischen, ukrainischen und mongolischen Gemeinschaften in Prag, und er zeigt, dass sich die meisten Migranten trotz oft massiver Verschlechterungen ihrer Lebensbedingungen für den Verbleib im Land entschieden haben. Während die Motivationen der Zuwanderer, das Land zu verlassen oder zu bleiben, facettenreich sind, liefert dieser Beitrag eine Alternative zum „Pull-Push”-Modell, wobei sowohl ökonomische als auch kulturelle Faktoren Berücksichtigung finden, die eine Rückkehr der Migranten in ihre Heimat sowohl hemmen als auch verhindern.
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  • Is identical to
    DOI: 10.12765/10.CPoS-2012-02de (Text)

Update Metadata: 2020-08-17 | Issue Number: 5 | Registration Date: 2012-10-23