Räumliche Mobilität und Familienleben: Generationenvergleich aus der Lebenslaufperspektive

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1
Resource Type
Text
Creator
  • Wall, Karin
  • Aboim, Sofia
  • Ramos, Vasco
  • Nunes, Cátia
Collective Title
  • Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft
    Bd. 38, Nr. 2
Publication Date
2013-06-20
Publication Place
Wiesbaden
Contributor
  • Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (Editor)
Language
German
Description
  • Abstract

    Räumliche Mobilität ist ein weit verbreiteter Trend in europäischen Gesellschaften. Soziologen haben die Hypothese aufgestellt, dass sich Mobilitätsmuster auf Familienverläufe sowie auf den Prozess der Pluralisierung und Individualisierung familialer Lebensformen auswirken. Dieser Beitrag soll in erster Linie die Auswirkungen räumlicher Mobilität auf das Familienleben innerhalb der portugiesischen Gesellschaft aus der Lebenslaufperspektive belegen. Zu diesem Zweck wurde eine Analyse der Mobilität sowie der Familienverläufe von drei unterschiedlichen Generationen im frühen Erwachsenenalter durchgeführt. Die Ergebnisse lassen eine Vielfalt von Verläufen sowie relevante Zusammenhänge zwischen Mobilitätsvariablen und Familienverläufen erkennen. Dieser Beitrag stützt sich auf Daten aus einer landesweiten Umfrage zum Lebensverlauf, die im Jahr 2010 mit einer repräsentativen Stichprobe von Männern und Frauen (n = 1.500) aus drei Generationen (geboren zwischen 1935 und 1940, 1950 und 1955 sowie 1970 und 1975, n = 500 je Generation) durchgeführt wurde. Mithilfe von Sequenz- und Clusteranalysen konnten wir innerhalb dieser drei Generationen sieben Mobilitätsverlaufsmuster sowie vier Hauptformen des Familienverlaufs offenlegen. Diese spiegeln nicht nur die Biografien einzelner Befragter wider, sondern auch die räumlichen und familiären Veränderungen, die im Laufe der letzten Jahrzehnte in Portugal stattgefunden haben. Im Rahmen dieses Beitrages sollen die komplexen Zusammenhänge zwischen Mobilität und Familienverläufen mithilfe der multinomialen Regressionsanalyse aufgeschlüsselt werden. Zu diesem Zweck haben wir eine Analyse aus zwei Blickwinkeln durchgeführt, indem wir diese beiden Variablen als Prädiktor der jeweils anderen – neben weiteren soziodemografischen Schlüsselvariablen und Ereignissen im Lebenslauf – miteinander in Zusammenhang gebracht haben. Die Ergebnisse zeigen in erster Linie, dass räumliche Mobilität ein signifikanter Prädiktor für Familienverläufe ist, auch wenn ihre Auswirkungen in unterschiedliche Richtungen weisen können: So kann Mobilität standardisierte Familienverläufe begünstigen (wie z.B. einen frühen Übergang zur Elternschaft), gleichzeitig aber auch mit einer höheren Wahrscheinlichkeit „nicht lineare“ Familienverläufe fördern. Familienverläufe eignen sich hingegen weniger als Prädiktor für Mobilitätsverläufe. Letztere werden durch Variablen bestimmt, die strukturelle Zwänge widerspiegeln, wie z.B. Arbeitslosigkeit. Geschlechter- und Generationeneffekte spielen jedoch auch eine wichtige Rolle und belegen, dass Mobilitätsverläufe in einem spezifischen historischen und sozialen Kontext verankert sind. Schließlich konnten wir noch einen Zusammenhang zwischen räumlicher Mobilität und Individualisierungsprozessen finden, indem wir ihre Auswirkungen auf bestimmte Ereignisse im Lebenslauf in Verbindung mit Familien- und Geschlechterbeziehungen untersucht haben.
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Relations
  • Is identical to
    DOI: 10.12765/10.CPoS-2013-11de (Text)

Update Metadata: 2020-08-17 | Issue Number: 5 | Registration Date: 2013-07-11